Person & Haltung

Manchmal kommen Menschen in eine Therapie, weil sie etwas in ihrem Leben verändern möchten. Manchmal kommen sie, weil sie erschöpft sind, weil Beziehungen schwierig geworden sind, weil alte Verletzungen sich melden oder weil sie spüren, dass sie allein nicht gut weiterkommen.

Und manchmal geht es zunächst gar nicht darum, sofort eine Lösung zu finden,
sondern erst einmal einen geschützten Raum zu haben,
in dem das eigene Erleben sorgfältig, wertschätzend
und ohne vorschnelle Bewertung angeschaut werden kann.

Nadine Simonn, Jg. 1985

Ich bin Nadine Simonn, DGSF-zertifizierte Systemische Therapeutin, Supervisorin und hypnosystemisch arbeitende Therapeutin in Neustrelitz. In meiner Praxis begleite ich Erwachsene, Kinder, Jugendliche, Familien, Gruppen und Fachkräfte in persönlichen, familiären und beruflichen Entwicklungsprozessen.

Meine Arbeit verbindet systemische Therapie, hypnosystemische Zugänge, Anteilearbeit, Innere-Kind-Arbeit, IFS-orientierte Perspektiven, Körperwahrnehmung und ressourcenorientierte Prozessbegleitung.

Dabei ist mir wichtig, Menschen nicht auf Symptome, Probleme oder Diagnosen zu reduzieren, sondern sie in ihrem Beziehungserleben, ihrer Lebensgeschichte, ihren inneren Anteilen, ihren Ressourcen und ihren Entwicklungsmöglichkeiten wahrzunehmen.

Kurzprofil
  • Hypnosystemische Therapeutin · MEIHEI Heidelberg / Gunther Schmidt
  • Systemische Therapeutin, Familientherapeutin (DGSF) · GST Berlin / Andras Wienands
  • Kinder- und Jugendlichentherapeutin (DGSF) · GST Berlin / Christoph Klein
  • Systemische Supervisorin · DGsP i. A.
  • Psychosoziale Beratung · M. A.
  • Kindheitspädagogik · B. A.
  • Hochschuldozentin und pädagogische Fachberaterin · Pädagogik, Beratung, Kindheits- und Erwachsenenbildung
  • Supervision und Fachberatung · pädagogische, soziale, beratende und therapeutische Arbeitsfelder
  • Institutsleiterin SENPO Institut für Systemische Bildung und Entwicklung
  • Geschäftsführerin TRISKELE HAUS der Heilstätte Strelitz

Mein fachlicher Weg

Ursprünglich komme ich aus Wismar. Mein beruflicher Weg führte mich nach Neubrandenburg, wo ich Kindheitspädagogik und psychosoziale Beratung studierte. Anschließend war ich in landes- und bundesweiten pädagogischen Forschungsprojekten tätig und beschäftigte mich intensiv mit Bildungsprozessen, Beratung, Interaktion, Entwicklung und professionellem Handeln in pädagogischen Feldern.

Ab 2008 lehrte ich über viele Jahre an der Hochschule Neubrandenburg in den Bereichen Pädagogik, Beratung und Erwachsenenbildung. Diese Hochschultätigkeit hat mein fachliches Denken stark geprägt. Besonders wichtig wurden für mich dabei systemisch-konstruktivistische Didaktik, Interaktionsanalyse, pädagogische Fach- und Fallsupervision sowie die Frage, wie Menschen in komplexen beruflichen und persönlichen Situationen Orientierung, Klarheit und neue Handlungsmöglichkeiten entwickeln können.

Mein therapeutisches Fundament habe ich in systemischen, hypnosystemischen und ressourcenorientierten Weiterbildungen vertieft. Fachlich geprägt wurde ich unter anderem durch Ausbildungen und Weiterbildungen bei Andras Wienands, Christoph Klein und Gunther Schmidt. Diese unterschiedlichen Zugänge haben mein Verständnis davon erweitert, wie Menschen mit sich selbst, mit anderen und mit ihren inneren Erfahrungswelten in Beziehung stehen.

Aus der Verbindung dieser Ansätze ist mit den Jahren meine eigene therapeutische Methodik gewachsen: eine hypnosystemisch-emotionsintegrierende Anteilearbeit. In ihr verbinde ich hypnosystemische Therapie mit IFS-orientierter Anteilearbeit, innere Bilder, Körperwahrnehmung, Gefühle, Erinnerungen und Erfahrungen zu einem behutsamen therapeutischen Prozess. Menschen können dabei mit verletzten, schützenden oder ressourcenvollen Seiten ihres inneren Erlebens in Kontakt kommen — nicht durch Deutung von außen, sondern im achtsamen Dialog mit sich selbst. So entsteht ein Raum, in dem innere Konflikte verständlicher werden, alte Schutzbewegungen gewürdigt und neue Möglichkeiten für Selbstmitgefühl, Klärung und Entwicklung eröffnet werden können.

Meine therapeutische Haltung

Ich verstehe Therapie als einen gemeinsamen Such- und Entwicklungsraum. In diesem Raum darf zunächst alles da sein: Unsicherheit, Erschöpfung, Widersprüchlichkeit, Schmerz, Schutz, Sehnsucht, Hoffnung, Widerstand und der Wunsch nach Veränderung.

Systemisch zu arbeiten bedeutet für mich, den Menschen nicht isoliert zu betrachten. Jeder Mensch lebt in Beziehungen, in Familien, in inneren und äußeren Systemen, in Geschichten, Erwartungen, Rollen und Erfahrungen. Was ein Mensch fühlt, denkt oder tut, entsteht selten losgelöst von diesen Zusammenhängen. Deshalb interessiert mich nicht nur die Frage: „Was ist das Problem?“, sondern auch: „In welchem Zusammenhang ist dieses Erleben entstanden? Wofür war es vielleicht einmal sinnvoll? Welche inneren und äußeren Bedingungen halten es aufrecht? Und welche neuen Möglichkeiten können entstehen?“

Gleichzeitig arbeite ich sehr persönlich und erfahrungsnah. Es geht nicht nur darum, über etwas zu sprechen. Oft ist entscheidend, wieder in einen guten Kontakt mit dem eigenen inneren Erleben zu kommen: mit Gefühlen, Körperempfindungen, inneren Bildern, verletzten Anteilen, schützenden Anteilen und verborgenen Ressourcen.

Mir ist dabei eine behutsame, klare und respektvolle Arbeitsweise wichtig. Entwicklung braucht Sicherheit. Veränderung entsteht oft nicht durch Druck, sondern durch ein anderes Verstehen, durch neue innere Beziehungserfahrungen und durch einen Raum, in dem Menschen sich selbst wieder freundlicher, genauer und handlungsfähiger begegnen können.

Fachliches und persönliches Engagement

Über meine therapeutische Praxis hinaus bin ich als Institutsleiterin des SENPO Instituts für Systemische Bildung und Entwicklung in Neustrelitz tätig. Gemeinsam mit Marc Simón Borrié entwickeln wir berufsbegleitende Systemische Weiterbildungen für Menschen aus Therapie, Beratung, Pädagogik, Supervision, Coaching, Management, Organisationsentwicklung, Kunst und Kultur.

Ein besonderer Teil dieser gemeinsamen Arbeit ist die Weiterentwicklung einer systemisch-existenziellen Entwicklungsanthropologie sowie des Weltengarten®-Ansatzes. In diese Arbeit bringe ich meine therapeutische, pädagogische, hypnosystemische und supervisorische Erfahrung ein. Mich bewegt dabei die Frage, wie Menschen in ihren inneren und äußeren Entwicklungsprozessen tiefer verstanden und zugleich professionell, menschlich und verantwortungsvoll begleitet werden können.

Zugleich bin ich Geschäftsführerin im Triskele Haus der Heilstätte Strelitz aktiv. Dort entsteht ein Ort für Begegnung, Regeneration und persönliche Entwicklung. Ein Ort, an dem Menschen zur Ruhe kommen und in Verbindung mit sich selbst, mit anderen und mit der Natur treten können.

Auch die Verbindung von Körper, Bewegung und Beziehung ist ein wichtiger Teil meines Lebens. In der Tanz- und Bewegungsschule LORE unterstütze ich gelegentlich Unterrichts- und Gruppenangebote und bringe dort meine Freude an Tanz, Körperausdruck und Kontaktschulung ein. Dabei interessiert mich besonders, wie Menschen über Bewegung, Rhythmus und körperlichen Ausdruck einen Zugang zu sich selbst und zu anderen finden können.

In allen Wirkungsfeldern liegt es mir am Herzen, Räume und Begegnungen zu ermöglichen, die tragen: therapeutisch, pädagogisch, menschlich und atmosphärisch. Räume, in denen Entwicklung nicht nur gedacht oder besprochen wird, sondern gestaltet und erlebbar werden kann.

Persönliches und Familie

Ich lebe mit meinem Mann Marc Simón Borrié in Neustrelitz in einer Patchworkfamilie mit drei Kindern. Auch diese persönliche Lebenswirklichkeit prägt meinen Blick auf Familie, Beziehung, Entwicklung und Alltag.

Teil einer Patchwork- und Unternehmer*in-Familie zu sein, bedeutet nicht einfach ein glattes Familienbild, sondern gelebte Komplexität: unterschiedliche Biografien, Bindungen, Loyalitäten, Übergänge, Konflikte, Nähe, Verantwortung und immer wieder neue Abstimmung. Diese Erfahrung macht meinen Blick auf Familien nicht abstrakter, sondern konkreter. Familie ist für mich kein Idealbild, sondern ein lebendiger Entwicklungsraum.

Neustrelitz ist für mich dabei nicht nur Wohnort, sondern ein Ort, an dem berufliche, familiäre und persönliche Entwicklungswege zusammenkommen: Praxis, Institut, Tanzschule, Heilstätte, Natur, Gemeinschaft und Familie. Aus dieser Verbindung heraus entsteht meine Arbeit — fachlich fundiert, persönlich gewachsen und mit dem Wunsch, Menschen in ihren eigenen Entwicklungswegen behutsam und klar zu begleiten.